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Warum es praktisch ist, als Stoffwindel-Mama nähen zu können

Bereits bei einem vorherigen Post habe ich kurz angesprochen, dass wir Clara mit Stoffwindeln wickeln. Im Allgemeinen bin ich sehr zufrieden damit. Zwar ist die Erstanschaffung etwas teurer, aber das relativiert sich schnell über die Zeit.

 

Doch es gab schon von Beginn an eine Kleinigkeit, die mich gestört hat. Die Überhosen, die wir für die Windeln in der Nacht benutzen, sind richtig teuer. Eine Schlupfüberhose aus PUL kostet zwischen 16€ und 20€, je nach Marke und Größe. Dazu kommt erschwerend, dass mir persönlich die Designs der Überhosen fast alle nicht gefallen. Bei einigen Überhosen werden sogar bunte Bündchen verwendet. (Ich hasse knallbunte Bündchen...)

Aber, was muss das muss. Ich habe besagte Überhosen natürlich gekauft.

 

Zu Hause habe ich mir diese Überhosen dann mal etwas genauer angesehen und festgestellt, dass sie aus nur vier Zuschnittteilen bestehen (Körper, zwei Beinbündchen, ein Bauchbündchen) und mit gerade mal fünf Nähten auskommen. "Das kann doch nicht so schwer sein, die selbst zu nähen..." dachte ich und machte mich auf die Suche.

Schnittmuster

Als Schnittmuster habe ich schluff verwendet. Dieses stellt den Schnitt der Überhosen in den Größen Newborn bis XL zur Verfügung. Zudem gibt es die Überhosen in zwei Varianten: normal geschlossen und an den Seiten geknöpft.

Durch die Knöpfe an den Seiten, entstehen dort relativ große Zwischenräume. An diesen Stellen hält die Hose natürlich nicht dicht. Deswegen habe ich mich erstmal für die "normal" geschlossene Variante mit Nähten an beiden Seiten entschieden.

Material

Um eine Schlupfüberhose selbst zu nähen, benötigt man einen PUL-Stoff. PUL steht für Polyurethanlaminat und ist ein Stoff, der mit einer dünnen Schicht aus Polyurethan laminiert ist. Dadurch wird er wasserdicht. Zudem ist er dehnbar und atmungsaktiv. Perfekt also für Stoffwindeln.

 

Nach kurzer Recherche, habe ich PUL-Stoffe mit schönen Motiven bei Stoffwindelei gefunden. Pro 10cm kosten die Eigenproduktionen 1,99€.

 

Als zweiter Stoff wird ein Fleece benötigt. Auch diesen habe ich in weiß für 0,99€ pro 10cm bei Stoffwindelei gefunden.

Meine Schlupfüberhosen

Mit diesen Materialien habe ich nun drei wunderschöne Schlupfüberhosen genäht, in M, L & XL.

Insgesamt habe ich von dem Schnittmuster wirklich nur die Schnitte verwendet. Genäht habe ich die Hosen aber fast komplett anders. Damit angefangen, dass ich alle Nähte einfach mit der Overlock genäht habe.

 

Da ich vorab überall gelesen habe, wie unangenehm die Verarbeitung von PUL ist, war ich sehr vorsichtig. Dafür gibt es jedoch gar keinen Grund. Die Overlock hat die Hosen 1A genäht.

 

Aus den PUL-Stoffen, die ich mit 60cm Länge gekauft habe, könnte ich jeweils ca. 4 Überhosen nähen. Mit dem Fleece zusammen komme ich dann auf einen reinen Materialpreis von etwa 4€! Das ist eine Ersparnis von mind. 12€ pro Überhose.

 

Natürlich muss man noch den Aufwand sehen. Der ist hierbei aber minimal. Ich habe ca. 1h gebraucht, um 3 Hosen zuzuschneiden, zu nähen und immer mal in die Anleitung zu schauen. Zukünftig geht das sicher noch schneller.

Vom Stoffwindelnähen und Geld einsparen

Als ich mir diesen Blogpost überlegt habe, wollte ich eigentlich nur zeigen, wie einfach es ist, bei Schlupfüberhosen Geld zu sparen. Man muss sie "nur" selbst nähen.

 

Anschließend recherchierte ich noch etwas weiter und fragte mich, wie teuer eigentlich die ganzen anderen Materialien wohl sind. Und tatsächlich habe ich viele weitere Windeln / Einlagen / Überhosen zu Hause, bei denen ich viel weniger hätte bezahlen müssen.

 

Die abgebildete Höschenwindel im ersten Bild unten ist unsere besagte Nachtwindel. Sie besteht komplett aus saugfähigem Material. Deswegen wird auch noch eine wasserdichte Überhose dafür benötigt. Diese Windel habe ich für 20€ gekauft. Auch hier könnte man mind. die Hälfte des Preises einsparen, wenn man die Windel selbst näht.

 

Im unteren zweiten Bild sind drei verschiedene Einlagen für Windeln zu sehen: aus Bambus, aus Hanf und aus Zorb. Die Kaufpreise sind: 5€, 7€ und 9€ pro Stück. Alle diese Stoffe kann man online als Meterware kaufen. Selbstgenäht würde man auf etwa 2€ pro Einlage kommen. Auch hier ist der Aufwand des Nähens gering, weil nur einmal mit der Overlock außenrum genäht wurde.


Nicht nur, dass man viel Geld sparen kann, wenn man die Windeln selbst näht. Man bekommt auch eine ganz individuelle Windel und kann den Schnitt an das eigene Kind anpassen.

Diese Tatsache hat mich direkt motiviert, an diesem Thema dranzubleiben. Als nächstes würde ich gern eine Höschenwindel probieren. Aus den restlichen PUL-Stoffen möchte ich auf jeden Fall noch eine Wickelunterlage für unterwegs nähen.

 

Nun, nachdem ich in den letzten Monaten Erfahrung mit verschiedenen Stoffwindelsystemen sammeln konnte, weiß ich auch viel besser, worauf ich Wert legen möchte.

 

Wenn ihr zu einer bestimmten Windelart einen gesonderten Blogpost lesen möchtet oder andere Fragen zu diesem Thema habt, dann schreibt sie gern in die Kommentare!

 

Liebe Grüße

Alexandra

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